Parodontitis zählt zu den am häufigsten verbreiteten Infektionskrankheiten der Mundhöhle. Hauptsächlich werden paropathogene Bakterien als Ursache für Entzündungen des Zahnhalteapparates genannt, jedoch ist dies nur die halbe Wahrheit. Diese Bakterien sind nämlich nur in der Lage, entzündliche Veränderungen auszulösen, wenn sie nicht gründlich und konsequent aus der Mundhöhle entfernt werden. Die Hauptursache liegt also nicht bei den bei jedem Menschen im Mund vorkommenden Bakterien, sondern eher an der unzureichenden und schlechten Mundhygiene. Werden Bakterien also durch falsches oder fehlendes Zähneputzen nicht ausreichend entfernt, so fördern sie unwillkürlich durch eine rasante Vermehrung den Bakterienbefall der Mundflora.

Stark verknüpft ist dies wiederum mit einer Veränderung des pH-Wertes im Mund vom neutralen bzw. leicht basischen Milieu in ein recht saures. Bedingt ist dies durch die Stoffwechselabfallprodukte der Bakterien, die zu einem Abfall des pH-Wertes im Speichel führen. Der kritische pH-Wert von Schmelz liegt bei 5,2 – 5,7 und von Dentin bei 6,2 – 6,7. Treten pH-Werte unterhalb dieser Grenze auf, so sind Schmelz und Dentin schnell angegriffen. Anhand dieser Werte kann man gut erkennen, dass der äußere Schmelz eine weitaus höhere Toleranzgrenze gegenüber pH-Wert senkende Bakterienabfallprodukt hat. Der Schmelz bedeckt allerdings nur den oberen Teil des Zahnes, der untere Teil, der eigentlich durch das Zahnfleisch bedeckt sein sollte, ist gänzlich ungeschützt.

Löst sich nun das Zahnfleisch vom Zahnhals, so liegt das blanke Dentin frei, dass einen weitaus höheren pH-Grenzwert hat und damit schneller von saurem Speichel angegriffen und zerstört werden kann. Sowohl der Zahnschmelz, als auch das Zahndentin, haben also bei einem niedrigen pH-Wert im Mund keine Chance, sich bei einer Beschädigung zu reminalisieren und werden deshalb nur noch anfälliger für eine Parodontitis.

Was den meisten Menschen ebenfalls nicht bewusst ist, dass auch starkes Rauchen die Entstehung einer Parodontitis fördern kann. Die Entzündung des Zahnfleisches bleibt hier viel länger unbemerkt, da sich durch das Rauchen die Durchblutung des gesamten Körpers verringert. Das charakteristische Zahnfleischbluten der Parodontitis tritt bei Rauchern erst sehr spät ein, Schmerzen empfinden sie aufgrund der Durchblutungsstörungen ebenfalls keine. Ersichtlich wird die Parodontitis in den meisten Fällen erst dann, wenn das Zahnfleisch schon zurückgegangen ist und die Zahnhälse freiliegen. Für eine erfolgreiche Behandlung ist es dann jedoch meistens schon zu spät und der komplette Zahnverlust droht.

Unterschätzt wird zudem der Einfluss von beruflichem und privatem Stress. Er schwächt das Immunsystem und kann den Ausbruch und Verlauf einer Parodontitis stark negativ beeinflussen. Man sollte deshalb den Einfluss von Stress auf den Körper keinesfalls unterschätzen und auch ihn ursächlich für eine Parodontitiserkrankung sehen.